Stretchfolien sind aus der Welt der Verpackung nicht mehr wegzudenken. Durch ihre hervorragenden Eigenschaften und ihre Vielseitigkeit haben sie sich als Mittel der Wahl zur
Palettensicherung etabliert.
Hohes Dehnpotenzial und
hohe Belastbarkeit machen
Hochleistungsstretchfolie aus – doch wie wird dies in der Produktion realisiert? Hier finden Sie einen Überblick über die beiden
Produktionsverfahren, die man bei Stretchfolien unterscheidet, und welche Merkmale, die im jeweiligen Verfahren produzierten Folien aufweisen.
Woraus besteht Stretchfolie?
Jede Stretchfolie besteht grundsätzlich aus dem
Rohstoff Polyethylen (PE). Polyethylen ist der am weitesten verbreitete
Kunststoff überhaupt und kann durch den hohen Entwicklungsstand der Makromolekularchemie auf sehr viele Arten und Weisen produziert und modifiziert werden. Für die Produktion von Stretchfolien werden verschiedene
Niederdichte-Polyethylene (LDPE) verwendet, welche sich durch eine
niedrige Dichte und
hohe Flexibilität auszeichnen. Da in der Produktion von Polyethylenen bis auf Molekularebene gearbeitet werden kann, ist eine genaue Anpassung des Rohstoffs auf verschiedenste Anwendungen möglich. Polyethylen wird in der Stretchfolienherstellung in Granulatform verarbeitet.
Das LDPE für Stretchfolien kann sowohl
frisch gewonnen als auch
recycelt sein, wobei mit Rezyklat-Granulat nicht die gleiche Qualität im Endprodukt erreicht wird.
Welche Produktionsverfahren gibt es in der Stretchfolienherstellung?
Zur Herstellung von Stretchfolie werden
zwei verschiedene Produktionsverfahren angewandt: Das
Gießverfahren zur Herstellung von Cast-Folie, und das
Blasverfahren zur Herstellung von Blasfolie. Durch die sehr verschiedenen Produktionsverfahren haben Cast- und Blasfolien unterschiedliche Eigenschaften und Merkmale.
Cast-Folie wird flach produziert, indem flüssiges Polyethylen unter hohem Druck mehrere Walzen durchläuft und so zu einer dünnen Folie gepresst und abgekühlt wird. Da dies ein schneller und relativ unkomplizierter Prozess ist, ist
Cast-Folie im Gegensatz zu Blas-Folie deutlich kostengünstiger.
Blasfolie hingegen läuft nicht flach durch Walzen, sondern wird durch eine kreisförmige Düse vertikal nach oben geblasen. Am oberen Ende des so entstehenden Schlauches läuft die Folie langsam über Umlenkwalzen wieder hinunter. Durch den Luftdruck innerhalb des emporwachsenden Schlauches wird die Folie nicht nur nach oben (in Maschinenrichtung) gereckt, sondern z
usätzlich auch nach außen (in Querrichtung). Durch diese sogenannte
biaxiale Reckung entsteht eine extreme Längs- und Querreißfestigkeit der Folie.
Blasfolie hat gegenüber Cast-Folie vor allem den entscheidenden Vorteil, dass sich
Haftung und Glätte der jeweiligen Folienseite
viel ausgeprägter realisieren lassen. Durch die hervorragende Haftung auf der Innenseite von Blasfolien ist das Abrollgeräusch entsprechend höher.
Welche Folie passt für meine Anwendung?
Welche Folie für welche Anwendung passt hängt von viel mehr Faktoren ab als nur der Frage nach dem Produktionsverfahren. Stretchfolien unterscheiden sich schließlich auch maßgeblich in ihrer
µ-Stärke, der
Anzahl der verarbeiteten Schichten und des
Dehnpotenzials. Damit mit einer Folie eine optimale Ladeeinheitensicherung erreicht werden kann, müssen auch andere Aspekte der
Verpackung und der Palettierung mitberücksichtigt werden. Mehr Informationen finden Sie auf unsere
Themenseite zur Ladungssicherung. In den meisten Fällen lohnt es sich, einen Verpackungsoptimierer oder Anwendungstechniker zurate zu ziehen, um die Ladeeinheitensicherung ganzheitlich anzugehen und zu optimieren.
Idealerweise sollte bei großem Stretchfolienverbrauch eine Stretchfolienoptimierung durch einen Verpackungsexperten stattfinden, um effizient und nachhaltig zu verpacken. Mehr Infos dazu hier:
> Stretchfolienoptimierung von envirogroup